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31.05.2017

Der ideale Hub dient auch als GVZ für ein Ballungsgebiet

Wolfgang Schneckenreither, Vizepräsident ZV Spedition & Logistik, über Veränderungen, die durch Digitalisierung auf Hubs zukommen


Wie müssen Logistik-Hubs in Zukunft ausgestattet sein, um den Anforderungen der modernen, digitalisierten Logistik 4.0 zu entsprechen?

Hubs der Zukunft müssen an verkehrsgeografisch optimalen Plätzen liegen und mit verschiedenen Infrastrukturanbindungen ausgestattet sein. Dazu zählen ein hochrangiges Straßennetz, Bahnanschluss und wenn möglich auch ein Binnenschifffahrtszugang. Des Weiteren wäre auch eine unmittelbare Anbindung an einen Flughafen von Vorteil. Insbesondere sollte der Hub auch gleichzeitig als GVZ für ein Ballungsgebiet fungieren.

 

Gibt es in Österreich bereits Hubs, die diese Voraussetzungen erfüllen?

In Österreich gibt es wenige Standorte, die dem zumindest einigermaßen entsprechen. Aktuell gibt es keinen Hub in voller Ausprägung. Allerdings gibt es geografisch gut gelegene Hub-Möglichkeiten, die es zu entwickeln gilt.

 

Wie funktioniert eine Vernetzung von Hubs mit der EDV von Spediteuren und deren Kunden, also die Einbindung der Hubs in das Supply Chain Management?

Wichtig ist hier, den Gedanken des Physical Internet zu berücksichtigen, sodass sich die Sendung die optimale Route zu den optimalen Konditionen suchen kann. Somit ist die klassische Anbindung via Schnittstellen, sprich EDI oder XML, Geschichte, und der einzige zielführende Weg wird über Protokolle führen. Somit kann man die durchgängige SCM bei wechselnden Partnern mit den notwendigen Informationen versorgen. Vereinfacht erklärt anhand des Beispiels „E-Mail-Versand“: Dieser ist ebenfalls unabhängig von B2B oder B2C, und dort ist es bereits selbstverständlich. Dies bedingt wiederum einheitliche KPIs, die es ermöglichen, via Algorithmen der Sendung die optimale Routung selbst durchführen zu lassen.

 

Wie stark wird die zunehmende Digitalisierung zu einer Automatisierung der Hubs führen?

Die Digitalisierung ist bereits in vielen Abläufen vorhanden. Grundsätzlich ist zu unterscheiden, ob es sich um ein formschlüssiges oder sperriges Gut handelt. Die Automatisierung der Hubs wird nicht in einem Schritt abgeschlossen werden können. Primär wird es an der IT-Lösung liegen und dann in weiterer Folge an den Arbeitsprozessen.

 

Wie wichtig sind autonome Fahrzeuge und autonom arbeitende Ladesysteme für die Entwicklung moderner Hubs?

Die Intralogistik der Hubs wird relativ rasch auf automatische oder teilautomatische Ladesysteme umgestellt werden können. Dies bedingt aber wiederum, dass die intelligente Sendung oder der Ladungsträger ohne Scanvorgang identifiziert und weiterverarbeitet, sprich geroutet werden kann. Hierdurch kann das Ladegut auch den entsprechen den nächsten Ladeträger erkennen und dadurch optimiert weiterverladen werden.